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Nach Zukunftspreis: SV Blau-Weiß Wiehre Freiburg bekommt neue Trikots

bs

Zuerst der Zukunftspreis – jetzt die ersten eigenen Teamtrikots: Für die altersübergreifende Inklusions-Jugendmannschaften des SV Blau‑Weiß Wiehre Freiburg wurde vergangenen Freitag ein Traum wahr. Nachdem das Projekt rund um Initiator Axel Heim bereits im November 2025 offiziell bei der Preisverleihung in Frankfurt ausgezeichnet wurde, folgte nun die Kür und sorgte für große Augen beim Nachwuchs.

Inklusion als gelebte Normalität, ganz ohne Sonderrolle – so ließe sich das Projekt des SV Blau-Weiß Wiehre in aller Kürze beschreiben. Die Jugendmannschaften treten dabei im regulären Spielbetrieb gegen nicht-inklusive Teams an. Ein Projekt, das viel Überzeugung und anfangs auch Überzeugungsarbeit erfordert, am Ende aber honoriert wird – zum Beispiel mit dem Zukunftspreis.

Rund drei Monate nach der eigentlichen Preisverleihung auf dem DFB-Campus zeigte sich nun ganz praktisch, was die Ehrung für das Projekt bedeutet. Haider Hassan vom preisgebenden Stiftungsbündnis ‚Fußball stiftet Zukunft e.V.‘ und Carmen Höfflin, Jury-Mitglied und ehemalige Bundesliga-Spielerin, waren im Vereinsheim in Freiburgs Süden anlässlich der Trikotübergabe zu Gast. Gemeinsam mit Vereinsverantwortlichen sowie Arno Heger, SBFV-Bezirksvorsitzende Freiburg, startete der Abend mit einem Gruppenfoto inmitten der jungen Kicker auf dem Platz.

Der Nachwuchs hielt da bereits die ersten Trikots voller Stolz in den Händen und in die Kamera. Während sich die Spieler der Jugendmannschaften dann mit stramm geschnürten Kickschuhen direkt auf den Trainingsplatz aufmachten, sprach Pressewart Janis Jürgenmeyer im Clubhaus zur Vereinsphilosophie und betonte noch einmal den integrativen Charakter, der den Verein und seine Ehrenamtlichen auszeichnet. Axel Heim bildet nur die Speerspitze des Projekts in einem minder engagierten Team. Ohne Alfred Böcherer, Jesse Primow, Lars Kybat, Raphael Weiß, Orlando Caramia und nach seiner Rückkehr wieder Daim Noshaj sei das alles nicht möglich. Jeder leiste seinen Beitrag, daher sei es eine Teamleistung, die gemeinsam vorgelebt werde.

Unter ihnen spielen Kinder mit und ohne Behinderung gleichermaßen zusammen, auch sozial benachteiligte Kinder oder unterschiedlicher Herkunft finden im Verein eine Heimat. Konsequente Vielfalt, die ausgezeichnet wurde, auch in dem Wissen, dass der eingeschlagene Weg auch mit Herausforderungen verbunden ist.

Projektinitiator Axel Heim betont: „Der Preis ist für uns vor allem Anerkennung und gleichermaßen Ansporn, unseren Weg weiterzugehen. Flexible Trainingsstrukturen bilden dabei nur den sportlichen Rahmen – im Kern geht es vor allem um Persönlichkeitsentwicklung, erweiterte Werteorientierung und Partizipation bzw. Mitbestimmung. Erfolg heißt für uns: Alle gehören dazu.“ Ein Wertegerüst, das auch Haider Hassan in seiner erneuten Danksagung unterstrich. Denn es geht nicht um Punkte und Siege, sondern um Teilhabe, Mitbestimmung und einen respektvollen Umgang – unabhängig von Alter, Leistungsstand oder individuellen Voraussetzungen.

Trikots als Belohnung – und als Botschaft
Nach dem offiziellen Part im Vereinsheim ging es zurück auf den Platz zum Flutlichttraining und zum eigentlichen Highlight für den Nachwuchs: Denn vom Preisgeld des Zukunftspreises hatte sich das Team eigene, individuell gestaltete Trikots gewünscht. Dass die Kinder selbst über die Verwendung eines Preisgeldteils entscheiden durften, passt zur Philosophie. Die Wahl fiel auf eigene Trikots – als Symbol für Zusammenhalt und Identität. Gesagt, getan: Farben ausgesucht, Design abgestimmt – und nun erstmals übergestreift. Die Freude war auch Carmen Höfflin anzusehen, die damals als Spielerin des SC Freiburg selbst auf dem Gelände des SV Blau-Weiß Wiehre trainiert hatte. Daher habe es sich jetzt auch ein wenig wie „Heimkommen“ angefühlt. Höfflin zollte den Verantwortlichen großen Respekt: „Dieses Projekt zeigt, dass mit Engagement und Mut unglaublich viel möglich ist. Das beeindruckt – und hat hoffentlich auch Strahlkraft für weitere Vereine, die sich für Zusammenhalt und Offenheit einsetzen.“

Wichtig war Axel Heim und seinem Team bei der Trikotübergabe auch, jedem Spieler nicht nur ein Trikot zu überreichen, sondern dabei auch jedem persönlich etwas mitzugeben. Ähnlich wie bei den bereits etablierten Reflexions- und Feedbackrunden wird dabei primär auf die individuellen Stärken jedes einzelnen eingegangen. Oftmals wünschen sich die jungen Kicker auch Aspekte und Punkte, bei denen sie sich weiterentwickeln können. So wird bei allen herausgestellt, worin seine jeweilige Bedeutung auf dem Platz und im Mannschaftsgefüge besteht. Neben dem überreichten Pokal – für viele der bisher einzige in ihrem Leben – ein weiteres Zeichen der Wertschätzung.

Arno Heger, 1. Vizepräsident des SBFV und Bezirksvorsitzender des Bezirks Freiburg, überreichte dem Nachwuchs von Verbandsseite als i-Tüpfelchen einen Fußball und war ebenfalls voll des Lobes: „Hier wird sichtbar, was unsere Vereine tagtäglich leisten – oft im Ehrenamt und mit großem Einsatz. Dieses Tatkraft verdient Rückhalt und Anerkennung. Projekte wie dieses veranschaulichen eindrucksvoll, welch Kraft und Herzblut in den Vereinen steckt und wie sehr sie unsere Fußballfamilie bereichern.“