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Norwegische Trainerausbilder zu Gast beim SBFV

fw

Nach dem erfolgreichen Besuch von SBFV-Bildungsmanager Fridolin Wernick beim norwegischen Landesverband Oslo im Jahr 2024 (Bericht hier) fand dieses Jahr der lang ersehnte Gegenbesuch statt. 13 Trainerausbilder des Landesverbands Oslo, darunter auch U15-Nationaltrainer Tor Erik Gjertsen, machten sich auf den Weg nach Deutschland, um beim DFB in Frankfurt und beim SBFV in Freiburg deutsche Trainingsmethoden und -philosophien kennenzulernen.

Der Besuch startete auf dem DFB-Campus in Frankfurt, wo die norwegischen Gäste einen umfassenden Einblick in die deutsche Trainerausbildung erhielten. Stephan Howaldt stellte die Elite-Trainer-Ausbildung vor und erläuterte anschaulich die Struktur und Methodik der höchsten Lizenzstufen. Besonders beeindruckend für die Norweger war der systematische Aufbau der Lehrversuche in den Lehrgängen.

Ein weiteres Highlight war der Vortrag von Damir Dugandzic über das DFB-Talentförderungsprogramm. "Es gab einen sehr fruchtbaren Austausch darüber, was ein Talent eigentlich ausmacht", berichtet Fridolin Wernick. Der anschauliche Vortrag sorgte für lebhafte Diskussionen zwischen den deutschen und norwegischen Experten.

Beim Thema Mädchenfußball wurde es besonders spannend: Franziska Frase vom DFB und die norwegischen Gäste tauschten sich intensiv darüber aus, wie man junge Mädchen für den Fußball gewinnt und dabei hält. Die Norweger stellten ihre Durchführung des UEFA Playmakers-Programm vor – spezielle Trainingseinheiten, die anhand einer Disney-Geschichte aufgebaut sind und Mädchen spielerisch für den Fußball begeistern sollen. Ihr Vorschlag: In Deutschland sollten schon reine weibliche F-Juniorinnen-Teams gefördert werden, da Mädchen beim Fußball-Einstieg einen sicheren Raum brauchen, in dem sie sich wohlfühlen – idealerweise in reinen Mädchenteams.

Freiburg zeigt seine Stärken

Nach der Anreise mit dem ICE (wo die Norweger im Bordbistro mit großen Augen zum ersten Mal eine Spezi probierten und sichtlich genossen) ging es in Freiburg weiter. Beim SC Freiburg sorgte eine hervorragende Führung von Markus Kiefer durch die Freiburger Fußballschule für großes Interesse. Die norwegischen Gäste konnten Trainings der U12, U13 und U16 beobachten und zeigten sich beeindruckt vom professionellen Coaching der SC-Freiburg-Trainer.

„Trainingsphilosophie Deutschland“ als Highlight

Einen besonderen Höhepunkt bildete Fridolin Wernicks Präsentation zur "Trainingsphilosophie Deutschland". Die Kernpunkte – Training in kleinen Gruppen auf mehreren Feldern, mehr Spielen als Üben mit der Struktur "Aktivierung (15 Min.) - Spielen (30 Min.) - Zwischenblock (15 Min.) - Spielen (30 Min.)" und dabei so viel Nettospielzeit wie möglich – begeisterten die norwegischen Trainerausbilder. "Es besteht weiterhin Kontakt über die Trainingsphilosophie und mehrere Gäste wollen sie in ihren Clubs umsetzen", freut sich Wernick.

Diese Philosophie wurde am folgenden Tag beim FC Freiburg-St. Georgen 1921 praktisch demonstriert. Franziska Lais, Marie Jung, Sarah Oberfell und Christoph Becker vom SBFV leiteten gemeinsam mit Fridolin Wernick ein Demo-Training mit E- und D-Jugendspielern. Auch Trainer vom SC Freiburg und des Gastgebervereins schauten interessiert zu, während die Norweger die deutsche Trainingsmethodik inklusive des beliebten Funino-Formats live erleben konnten.

Stadionatmosphäre und Herzlichkeit

Ein ganz besonderes Erlebnis war der Besuch des SBFV-Rothaus-Pokalfinales zwischen Bahlinger SC und FC Auggen im Dreisamstadion. Die norwegischen Gäste wurden sogar über die Stadion-Leinwand offiziell begrüßt und konnten ein spannendes Finale miterleben, das der Bahlinger SC schließlich im Elfmeterschießen gewann.

Den perfekten Abschluss bildete das Kinderfußball-Turnier beim VfR Merzhausen. "Die Norweger waren beeindruckt von der Organisation und konnten von der Terrasse der Gaststätte das Turnier beobachten", berichtet Wernick. Auch hier wurden die Gäste persönlich und über die Lautsprecher herzlich begrüßt.

Begeisterte Stimmen aus Norwegen

Die Resonanz der norwegischen Delegation war überwältigend. Irene Størseth Lunde, Leiterin der Trainerausbildung beim Landesverband Oslo, schwärmte "Ich möchte mich nochmals für den wunderbaren Aufenthalt in Deutschland bedanken! Die Organisation war brillant und wir konnten in diesen Tagen eine Vielzahl von Dingen erleben. Alle Teilnehmer haben den Besuch in vollen Zügen genossen und sich ein bisschen in eure Stadt Freiburg verliebt."

Ole Veum ergänzte: "Vielen Dank für eine wunderbare Reise mit wunderbaren Menschen", während Tor Erik Gjertsen hinzufügte: "Danke für die Reise, ich hoffe, wir bringen die Inspiration und Motivation mit nach Hause in unsere Vereine."

Blick in die Zukunft

Der Austausch war so erfolgreich, dass bereits konkrete Pläne für die Zukunft geschmiedet wurden. Es wird weiterhin einen Online-Austausch geben, und Trainer aus Norwegen und Deutschland prüfen gegenseitige Teilnahmen an Turnieren oder Freundschaftsspiele in beiden Ländern.

"Es war eine tolle Erfahrung, die Norwegerinnen und Norweger beim DFB in Frankfurt und beim SBFV in Freiburg begrüßen zu dürfen", resümiert Fridolin Wernick. "Es ist faszinierend, wie viele Mädchen und Frauen in Norwegen Fußball spielen. Durch den Austausch haben wir in Südbaden weitere Ideen gewonnen, wie wir den Mädchen- und Frauenfußball in unserer Region fördern können. Denn wenn Vereine gerade im ländlichen Raum über Spielermangel klagen, wird oft die eine Hälfte der Bevölkerung vergessen. Eine Mädchenfußballabteilung kann einen Verein neu beleben und für Action auf und neben dem Sportplatz sorgen. Lasst sie kicken!"

Südbadische Gastfreundschaft

Auch abseits des Fußballs kamen die kulturellen Aspekte nicht zu kurz. Einige der norwegischen Gäste besuchten am Samstagabend sogar eine zufällig stattfindende ABBA-Party in Freiburg – ein gelungener Abschluss einer rundum erfolgreichen Woche, die den deutsch-norwegischen Fußball-Austausch auf eine neue Ebene gehoben hat.

Der Besuch wurde organisiert von Fridolin Wernick, Bildungsmanager des SBFV, in Zusammenarbeit mit dem DFB.